Synergien

Hohes Potential für Synergien

Damit Europa die Dekarbonisierung des Energiesektors gelingt, müssen Deutschland und Norwegen eine Schlüsselrolle spielen. Ihr Engagement und ihre Zusammenarbeit sind entscheidend für die Erreichung der europäischen Klima. und Energieziele. 

Dank seiner natürlichen Gegebenheiten und bisheriger Investitionen verfügt Norwegen über die Hälfte der europäischen Stromspeicherkapazitäten und kann diese auch ohne den Bau weiterer Dämme ausbauen (1). Damit verfügt Norwegen über den Schlüssel zur Integration großer Mengen Wind und Solarenergie in anderen Ländern, indem große Mengen günstiger und emissionsfreier indirekter Speicherkapazitäten zur Verfügung gestellt werden. So kann Norwegen (sobald die nötigen Netzverbindungen gebaut sind) direkt dazu beitragen, große Mengen Strom aus fossiler Energieerzeugung zu ersetzen. Zugleich können die Bemühungen um Energieeffizienz und der geplante Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung in Norwegen genutzt werden, um die hohen Emissionen aus der Offshore Öl- und Gasindustrie und im Verkehrssektor zu reduzieren.

Deutschlands Energiewende ist ein Prozess historischen Ausmaßes und globaler Relevanz. Angesichts des deutschen Ausstieges aus der Atomkraft ist der starke Ausbau der Erneuerbaren die einzige Alternative zu fossilen Energieträgern mit ihren negativen Klimaauswirkungen. Wind- und Solarstrom spielen bereits eine Schlüsselrolle in Deutschland und anderen Ländern. Ihre Bedeutung wird weiter steigen. Die tageszeitlich und witterungsbedingten Schwankungen bei der Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom benötigen mehr Systemflexibilität, was so eine der zentralen Herausforderungen für die Energiewende wird. Einige Flexibilitätsoptionen sind bereits vorhanden, und neue werden entwickelt. Existierende Wasserkraftspeicher können ein wichtiger Teil der Antwort auf diese Herausforderung sein. Verglichen mit Norwegen sind Deutschlands natürliche Potentiale für Wasserkraftspeicher jedoch sehr gering. (2)

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(1) Eivind Solvang, Atle Harby, und  Ånund Killingtveit (2012), “Increasing Balance Power Capacity in Norwegian Hydroelectric Power Stations: A Preliminary Study of Specific Cases in Southern Norway,” SINTEF TR A7195; NVE (2011), “Økt installasjon i eksisterende vannkraftverk, Potensial og kostnader,” NVE report 10-2011.

(2) Die jüngste Studie “Bedeutung der internationalen Wasserkraft-Speicherung für die Energiewende” veröffentlicht vom Weltenergierat (2012) kommt zu dem Schluss, dass, wenn Deutschlands erneuerbare Energieerzeugung in 2050 80% erreicht, es ein wirtschaftliches Potential für neue Verbindungen zwischen Deutschland und Skandinavien zwischen 7 und 12 GW in den nächsten 40 Jahren gibt. Davon sind 2 GW bereits im Bau (NO-DK) oder in fortgeschrittener Planung (NO-DE). Dies ist eine realistischere Einschätzung als die 46–76 GW, die ein Szenario unter hypothetischen Annahmen ergab, das in einer Studie des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) veröffentlicht wurde. Diese extremen Zahlen wurden oft außerhalb ihres hypothetischen Kontextes zitiert und schufen Sorgen in beiden Ländern.