Norwegens indirekte Speicher

SpeicherkapazitätenDank guter natürlicher Voraussetzungen und seinen bisherigen Investitionen verfügt Norwegen über die Hälfte der gesamten europäischen Speicherkapazitäten. Während die Ausbaupotentiale in Mitteleuropa gering sind, können die norwegischen Kapazitäten durch Modernisierung, Umbau und der Akzeptanz stärkerer Wasserpegelschwankungen um 20 % erhöht werden, ohne neue Staudämme zu bauen.(1)

Die effektivste Nutzung dieser Kapazitäten ist die indirekte Speicherung. In sonnigen, windigen Stunden mit Stromüberschuss in Deutschland oder anderen Ländern wird Strom nach Norwegen exportiert und verbraucht. Zugleich wird die dortige Wasserkraftproduktion gedrosselt und das Wasser in den Reservoirs gehalten. In Zeiten niedriger Einspeisung durch Wind und Sonne nutzt Norwegen das gesparte Wasser zur zusätzlichen Stromproduktion und exportiert diesen in andere Länder. Die energetischen Verluste bei dieser Nutzung sind weniger als halb so groß wie bei Pumpspeicherkraftwerken in Deutschland.

Um diese Ressourcen vernetzt nutzen zu können, braucht es zusätzliche inländische und internationale Netzverbindungen. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Weltenergierates kommt zu der Einschätzung, dass 7 – 12 GW zusätzlicher internationaler Verbindungskapazitäten technisch und wirtschaftlich machbar und sinnvoll sind; davon sind 2 GW bereits im Bau (Norwegen-Dänemark) oder in fortgeschrittener Planung (Norwegen-Deutschland).8

Auf diese Weise kann Norwegen dazu beitragen, in anderen Ländern fossile und nukleare Erzeugung zu ersetzen, und einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Zugleich kann Norwegen durch die Steigerung der Energieeffizienz im Strom- und Wärmesektor, die Elektrifizierung der Öl- und Gasplattformen sowie des Mobilitätssektors und durch den Ausbau Erneuerbarer (Wind, kleine Wasser- kraft, Biomasse) zur weiteren CO2-Reduktion in Norwegen und Europa beitragen.

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