Die Erklärung

Deutsch-Norwegische Erklärung 

für eine langfristige Zusammenarbeit für Erneuerbare und Klimaschutz

Die verstärkte Zusammenarbeit für Erneuerbare Energien zwischen Norwegen und Deutschland sehen wir als große Chance für einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz.

Wir sind ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen, Unternehmens­ verbänden, Stromnetzbetreibern, Gewerkschaften, kirchlichen und entwicklungs­ politischen Organisationen und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft aus Norwegen und Deutschland.

Im Vorfeld der diesjährigen Parlamentswahlen in beiden Ländern, rufen wir die Politik dazu auf

  • die bestehenden Verpflichtungen und Zielsetzungen zu bekräftigen und das Engagement unser beider Länder für Klimaschutz, Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren weiter zu verstärken. (1)
  • die gute Zusammenarbeit fortzuführen und gemeinsame, langfristige, ambitionierte Perspektiven für einen durch Erneuerbare geprägten Stromsektor zu entwickeln und dabei die Synergien zu nutzen, die im jeweiligen Interesse beider Länder liegen; geprägt vom Geist guter Nachbarschaft mit anderen Ländern und unseren europäischen Partnern.
  • die Zielkonflikte zwischen lokalem Naturschutz, Biodiversität und Klimaschutz ausge­ wogen zu bewerten: Dabei sollen die lokalen Folgen geplanter Projekte (z. B. Onshore-­ und Offshore­-Windanalagen, Biomasse, kleine Wasserkraft, Inlands­ und internationale Kabel, verstärkte Wasserpegelschwankungen in existierenden Reservoirs), aber auch die lokalen und globalen Risiken und Folgen von Nichthandeln oder entsprechenden alternativen Maßnahmen anderswo, im selben Land oder in anderen Ländern berücksichtigt werden.
  • Lösungen anzustreben, die diese Ziele zu den minimalen Kosten für Gesellschaft und Natur erreichen, bei gleichzeitiger Erhaltung eines hohen Niveaus an Systemstabilität und langfristiger Versorgungssicherheit. Darüber hinaus gilt es, effektive Maßnahmen zu entwickeln, die die ökonomischen Vorteile des verstärkten Stromhandels zwischen Skandinavien – mit seinen hohen Anteilen von Wasserkraft – und Deutschland sowie anderen Ländern – mit deren wachsenden Anteilen von Solar­ und Windstromproduktion –, fair zwischen den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern verteilen.

Deshalb,

  • rufen wir die deutsche Politik dazu auf, ihren Einsatz für die Umsetzung der Energie­ wende fortzusetzen und dabei hohe Priorität auf schnell wachsende Anteile Erneuerbarer Energien und die Reduktion von Kohlekraft zu legen, um den Ausstoß von Treibhausgasen entsprechend der ambitionierten deutschen Klimaschutzziele zu reduzieren.
  • rufen wir die norwegische Politik dazu auf, die historische Chance zu nutzen Norwegen zu einer Säule der europäischen erneuerbaren Energieversorgung zu machen: durch die Erhöhung der Energieeffizienz, den Ausbau der Erneuerbaren­Energie­Versorgung und das Zurverfügungstellen der existierenden Wasserkraftwerke, um so wachsende Anteile von Wind und Sonne in anderen Ländern auszugleichen.
  • rufen wir Politikerinnen und Politiker beider Lände dazu auf, ihre Führungsrolle wahr­ zunehmen und deutlich zu zeigen, dass sie Verantwortung für Klimagerechtigkeit und zukünftige Generationen übernehmen – zusammen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern und anderen Akteuren, die bereit sind, sie dabei zu unterstützen.

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Die Erklärung als Download (PDF) finden Sie hier.

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(1) Deutschlands offizielle Ziele bis spätestens 2050 sind, die Treibhausgasemissionen um 80 ­ 95% zu reduzieren (im Vergleich zu 1990) und den Anteil Erneuerbarer im Stromverbrauch auf 80% zu erhöhen. Norwegen hat sich verpflichtet, seinen Anteil Erneuerbarer am Gesamtenergieverbrauch (mit Ausnahme des Stromverbrauchs im Öl­ und Gassektor) auf 67,5 % bis 2020 zu erhöhen und hat sich verpflichtet, zwischen 2030 und 2050 CO2­neutral zu werden, abhängig von den Ergebnissen der internationalen Klimaverhandlungen.